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Landwirtschaftsminister Axel Vogel zu Ernteabschluss 2020:

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Durchschnittliche Erträge im dritten Trockenjahr – Klimaanpassung in der Landwirtschaft wird immer wichtiger

18. August 2020 - Presseinformation Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg

Potsdam – Die Ernte von Getreide und Winterraps fällt im Anbaujahr 2019/2020 durchschnittlich aus – sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Anbau. Im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Trockenjahren haben sich die Erträge allerdings deutlich erhöht. Bei mehreren Getreidesorten liegen diese im konventionellen wie im Öko-Landbau über dem fünfjährigen Mittel. Dennoch erschwerten die ausbleibenden Niederschläge auch in diesem Jahr den Anbau.

Agrarminister Axel Vogel: „Nach den beiden Vorjahren mit langen Trockenperioden und entsprechend niedrigen Erträgen können die Landwirtinnen und Landwirte in diesem Jahr zumindest auf durchschnittliche Erträge blicken. Wiederholte regionale Niederschläge sorgten nach zwei Extrem-Jahren für eine durchschnittliche Getreide- und Rapsernte. Ein Grund zur Entwarnung ist das allerdings nicht. Daher unterstützen wir die Landwirtinnen und Landwirte in Brandenburg bei den Anpassungen an den Klimawandel, bei der Ökologisierung der Landwirtschaft wie auch bei der Umstellung auf Ökolandbau."

Noch die Aussaatbedingungen im Jahr 2019 ließen das dritte Jahr mit Ertragsverlusten befürchten. Die Folgen der extrem langen Trockenperiode, die praktisch von Frühjahr/Sommer bis in den September andauerte, erschwerten Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung. Dazu kam das seit 2018 anhaltende große Bodenwasserdefizit. Ab Ende September/Anfang Oktober setzten die ersehnten Niederschläge ein. Sie kamen vielerorts rechtzeitig für einen ausreichenden Feldaufgang. Der warme Herbst und anhaltend milde Wintertemperaturen sorgten für eine gute Entwicklung der Kulturen. Obwohl es auch in Frühjahr 2020 von April bis Mitte Mai zu trocken war, blieben die Bestände dank geringerer Verdunstungsraten vor starken Trockenschäden bewahrt. In der zweiten Maihälfte bis Mitte Juli erhöhten sich die Niederschlagsmengen und sorgten für gute Kornfüllung und Korngröße. Davon profitierten alle Getreidekulturen – sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Anbau.

Für den Obst- und Gemüseanbau gestaltet sich das laufende Jahr insgesamt schwierig. Die Spätfröste im Frühjahr führten zu Ertragsverlusten in fast allen Obstkulturen und auch bei Gurken. Bereits 2019 erlitten viele Betriebe durch Frostschäden erhebliche Einbußen. Die Unterstützung der Obstbauern für das vergangene Jahr hatte Agrarminister Axel Vogel bereits Ende 2019 auf den Weg gebracht. Mit 3,1 Millionen Euro konnte den Betrieben geholfen werden.

Nicht nur in Kirschen, in fast allen Weichobstkulturen, hat im Anbaujahr 2019/2020 die Kirschessigfliege dafür gesorgt, dass ganze Partien nicht mehr marktfähig waren.

Die Gemüseernte war beispielsweise bei Spargel und Gurken auch stark durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflusst. Etwa 20 Prozent der Spargelflächen des Landes wurden in dieser Saison nicht beerntet. Ein Grund dafür waren nicht verfügbare Arbeitskräfte, aber auch eingeschränkte Absatzwege: Durch die Schließungen von Gaststätten fehlte eine wichtige Absatzquelle für die Betriebe. Dazu kam in allen Bereichen des Obst- und Gemüseanbaus der zusätzliche Kostendruck durch die höheren Hygieneauflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Hier unterstützte das Ministerium die Brandenburger Betriebe, die durch Corona in Existenznot geraten sind, mit insgesamt fast 6 Millionen Euro durch ein landeseigenes Soforthilfeprogramm.

Trotz höherer Niederschläge in diesem Jahr bewirkten diese keine Verringerung des weiter bestehenden Bodenwasserdefizits, was die Landwirtschaft auch in den kommenden Jahren vor Herausforderungen stellen wird. Die extreme Trockenheit der letzten Jahre und auch die aktuelle anhaltende Trocken- und Hitzeperiode zeugen eindrücklich von den sich ändernden Klimabedingungen, auf die sich Landwirtschaft und Gartenbau-Unternehmen einstellen müssen.

Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz unterstützt daher auch mit Förderprogrammen der Europäischen Union eine Reihe von Vorhaben:

So arbeitet das Projekt „Steuerung des Zusatzwassereinsatzes in der Pflanzenproduktion (Precision Irrigation)" der Europäischen Innovationspartnerschaften (EIP) daran, eine teilflächenspezifische und jederzeit bedarfsgerechte Präzisions-Bewässerung zu entwickeln. Dafür wird der aktuelle Wasserversorgungszustand der Pflanzen mit Hilfe von Wärmebildkameras, die an Drohnen montiert werden, oder mit Hilfe von Thermaldaten, die von Satelliten aufgenommen wurden, ermittelt. Diese Daten fließen in Evapotranspirationskarten ein. Als Ergebnis sollen situativ und automatisch gesteuerte Bewässerungsanlagen entwickelt werden und ein darauf abgestimmtes Bewässerungsmanagement entstehen.

Auch im Obstbau wird an der Verbesserung der Wassernutzungseffizienz durch ein internetgestütztes Informations- und Beratungssystem gearbeitet. Ziel des EIP-Projektes „Aqua C+" ist es, durch die Optimierung der Steuerung von Bewässerungsanlagen deren Wassernutzungseffizienz und Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Der Wasserbedarf der Bäume wird in den Phasen der Pflanzenentwicklung und speziell der Fruchtentwicklung erfasst.

Ein weiteres EIP-Projekt mit der Bezeichnung „Entwicklung einer modulbasierten Pflanzenschutzstrategie unter Berücksichtigung nachhaltiger und umweltschonender Verfahren zur Bekämpfung der Sanddornfruchtfliege (MoPlaSa)" entwickelt eine modulare Pflanzenschutzstrategie zur Bekämpfung der Sanddornfruchtfliege im Bioanbau. Dazu sollen verschiedene nicht-chemische Einzelmaßnahmen im Baukastenprinzip zu einer Gesamtstrategie verbunden werden. Die Maßnahmen umfassen verschiedene Fallen, mechanische Bodenbearbeitungen, Barrieren, Makro- und Mikroorganismen wie Nützlinge und insektenpathogene Pilze, die Betrachtung der Sortenauswahl und mobile Hühnerhaltung. Dieses Prinzip ermöglicht jedem Anbauer betriebsangepasste Bekämpfungsmaßnahmen zu kombinieren.

Hintergrund:

In Brandenburg wuchs im Anbaujahr 2019/2020 auf etwa 443.000 Hektar Getreide und 77.700 Hektar Winterraps im konventionellen Anbau und circa 40.000 Hektar Getreide im ökologischen Anbau. Die Anbaufläche von Getreide im konventionellen Anbau ist im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Der Rückgang ist in allen Kulturen aber am deutlichsten im Winterweizen mit etwa 20.000 Hektar geringerer Anbaufläche spürbar. Dagegen haben sich die Anbaufläche von Getreide im ökologischen Anbau leicht positiv entwickelt: Laut den Agrarförderanträgen (Meldung bis zum 10.08.2020) im Vergleich zu 2019 (Stand 14.10.2019) von insgesamt 38.622 Hektar auf 40.109 Hektar um 1.478 Hektar.

Die Anbaufläche von Sommerhafer hat um 2.367 Hektar (31,88 Prozent), die von Dinkel um 329 Hektar (15,39 Prozent) zugenommen. Die Anbaufläche von Winterroggen verringerte sich hingegen um 2322 Hektar (9,88 Prozent). Winterweizen wurde im Vergleich zu 2019 auf 4773 Hektar angebaut. Das entspricht einem Zuwachs von 1059 Hektar (28,51 Prozent). Die Anbaufläche von Sommergerste blieb mit 1899 Hektar im Vergleich zu 2019 (1845 Hektar) nahezu gleich. Die Ernte der Kulturen ist abgeschlossen.

Durchschnittliche Erträge im dritten Trockenjahr – Klimaanpassung in der Landwirtschaft wird immer wichtiger

Potsdam – Die Ernte von Getreide und Winterraps fällt im Anbaujahr 2019/2020 durchschnittlich aus – sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Anbau. Im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Trockenjahren haben sich die Erträge allerdings deutlich erhöht. Bei mehreren Getreidesorten liegen diese im konventionellen wie im Öko-Landbau über dem fünfjährigen Mittel. Dennoch erschwerten die ausbleibenden Niederschläge auch in diesem Jahr den Anbau.

Agrarminister Axel Vogel: „Nach den beiden Vorjahren mit langen Trockenperioden und entsprechend niedrigen Erträgen können die Landwirtinnen und Landwirte in diesem Jahr zumindest auf durchschnittliche Erträge blicken. Wiederholte regionale Niederschläge sorgten nach zwei Extrem-Jahren für eine durchschnittliche Getreide- und Rapsernte. Ein Grund zur Entwarnung ist das allerdings nicht. Daher unterstützen wir die Landwirtinnen und Landwirte in Brandenburg bei den Anpassungen an den Klimawandel, bei der Ökologisierung der Landwirtschaft wie auch bei der Umstellung auf Ökolandbau."

Noch die Aussaatbedingungen im Jahr 2019 ließen das dritte Jahr mit Ertragsverlusten befürchten. Die Folgen der extrem langen Trockenperiode, die praktisch von Frühjahr/Sommer bis in den September andauerte, erschwerten Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung. Dazu kam das seit 2018 anhaltende große Bodenwasserdefizit. Ab Ende September/Anfang Oktober setzten die ersehnten Niederschläge ein. Sie kamen vielerorts rechtzeitig für einen ausreichenden Feldaufgang. Der warme Herbst und anhaltend milde Wintertemperaturen sorgten für eine gute Entwicklung der Kulturen. Obwohl es auch in Frühjahr 2020 von April bis Mitte Mai zu trocken war, blieben die Bestände dank geringerer Verdunstungsraten vor starken Trockenschäden bewahrt. In der zweiten Maihälfte bis Mitte Juli erhöhten sich die Niederschlagsmengen und sorgten für gute Kornfüllung und Korngröße. Davon profitierten alle Getreidekulturen – sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Anbau.

Für den Obst- und Gemüseanbau gestaltet sich das laufende Jahr insgesamt schwierig. Die Spätfröste im Frühjahr führten zu Ertragsverlusten in fast allen Obstkulturen und auch bei Gurken. Bereits 2019 erlitten viele Betriebe durch Frostschäden erhebliche Einbußen. Die Unterstützung der Obstbauern für das vergangene Jahr hatte Agrarminister Axel Vogel bereits Ende 2019 auf den Weg gebracht. Mit 3,1 Millionen Euro konnte den Betrieben geholfen werden.

Nicht nur in Kirschen, in fast allen Weichobstkulturen, hat im Anbaujahr 2019/2020 die Kirschessigfliege dafür gesorgt, dass ganze Partien nicht mehr marktfähig waren.

Die Gemüseernte war beispielsweise bei Spargel und Gurken auch stark durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflusst. Etwa 20 Prozent der Spargelflächen des Landes wurden in dieser Saison nicht beerntet. Ein Grund dafür waren nicht verfügbare Arbeitskräfte, aber auch eingeschränkte Absatzwege: Durch die Schließungen von Gaststätten fehlte eine wichtige Absatzquelle für die Betriebe. Dazu kam in allen Bereichen des Obst- und Gemüseanbaus der zusätzliche Kostendruck durch die höheren Hygieneauflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Hier unterstützte das Ministerium die Brandenburger Betriebe, die durch Corona in Existenznot geraten sind, mit insgesamt fast 6 Millionen Euro durch ein landeseigenes Soforthilfeprogramm.

Trotz höherer Niederschläge in diesem Jahr bewirkten diese keine Verringerung des weiter bestehenden Bodenwasserdefizits, was die Landwirtschaft auch in den kommenden Jahren vor Herausforderungen stellen wird. Die extreme Trockenheit der letzten Jahre und auch die aktuelle anhaltende Trocken- und Hitzeperiode zeugen eindrücklich von den sich ändernden Klimabedingungen, auf die sich Landwirtschaft und Gartenbau-Unternehmen einstellen müssen.

Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz unterstützt daher auch mit Förderprogrammen der Europäischen Union eine Reihe von Vorhaben:

So arbeitet das Projekt „Steuerung des Zusatzwassereinsatzes in der Pflanzenproduktion (Precision Irrigation)" der Europäischen Innovationspartnerschaften (EIP) daran, eine teilflächenspezifische und jederzeit bedarfsgerechte Präzisions-Bewässerung zu entwickeln. Dafür wird der aktuelle Wasserversorgungszustand der Pflanzen mit Hilfe von Wärmebildkameras, die an Drohnen montiert werden, oder mit Hilfe von Thermaldaten, die von Satelliten aufgenommen wurden, ermittelt. Diese Daten fließen in Evapotranspirationskarten ein. Als Ergebnis sollen situativ und automatisch gesteuerte Bewässerungsanlagen entwickelt werden und ein darauf abgestimmtes Bewässerungsmanagement entstehen.

Auch im Obstbau wird an der Verbesserung der Wassernutzungseffizienz durch ein internetgestütztes Informations- und Beratungssystem gearbeitet. Ziel des EIP-Projektes „Aqua C+" ist es, durch die Optimierung der Steuerung von Bewässerungsanlagen deren Wassernutzungseffizienz und Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Der Wasserbedarf der Bäume wird in den Phasen der Pflanzenentwicklung und speziell der Fruchtentwicklung erfasst.

Ein weiteres EIP-Projekt mit der Bezeichnung „Entwicklung einer modulbasierten Pflanzenschutzstrategie unter Berücksichtigung nachhaltiger und umweltschonender Verfahren zur Bekämpfung der Sanddornfruchtfliege (MoPlaSa)" entwickelt eine modulare Pflanzenschutzstrategie zur Bekämpfung der Sanddornfruchtfliege im Bioanbau. Dazu sollen verschiedene nicht-chemische Einzelmaßnahmen im Baukastenprinzip zu einer Gesamtstrategie verbunden werden. Die Maßnahmen umfassen verschiedene Fallen, mechanische Bodenbearbeitungen, Barrieren, Makro- und Mikroorganismen wie Nützlinge und insektenpathogene Pilze, die Betrachtung der Sortenauswahl und mobile Hühnerhaltung. Dieses Prinzip ermöglicht jedem Anbauer betriebsangepasste Bekämpfungsmaßnahmen zu kombinieren.

Hintergrund:

In Brandenburg wuchs im Anbaujahr 2019/2020 auf etwa 443.000 Hektar Getreide und 77.700 Hektar Winterraps im konventionellen Anbau und circa 40.000 Hektar Getreide im ökologischen Anbau. Die Anbaufläche von Getreide im konventionellen Anbau ist im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Der Rückgang ist in allen Kulturen aber am deutlichsten im Winterweizen mit etwa 20.000 Hektar geringerer Anbaufläche spürbar. Dagegen haben sich die Anbaufläche von Getreide im ökologischen Anbau leicht positiv entwickelt: Laut den Agrarförderanträgen (Meldung bis zum 10.08.2020) im Vergleich zu 2019 (Stand 14.10.2019) von insgesamt 38.622 Hektar auf 40.109 Hektar um 1.478 Hektar.

Die Anbaufläche von Sommerhafer hat um 2.367 Hektar (31,88 Prozent), die von Dinkel um 329 Hektar (15,39 Prozent) zugenommen. Die Anbaufläche von Winterroggen verringerte sich hingegen um 2322 Hektar (9,88 Prozent). Winterweizen wurde im Vergleich zu 2019 auf 4773 Hektar angebaut. Das entspricht einem Zuwachs von 1059 Hektar (28,51 Prozent). Die Anbaufläche von Sommergerste blieb mit 1899 Hektar im Vergleich zu 2019 (1845 Hektar) nahezu gleich. Die Ernte der Kulturen ist abgeschlossen.

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